WIE DIE IDEE ENTSTAND
Immer wieder fällt mir auf, wie in unserer heutigen Gesellschaft Natur, Mensch und Technik gegeneinander arbeiten. Ein Beispiel: Lebensmittel werden mit riesigen Landmaschinen auf Äckern mit Monokulturen angebaut. Dies erfordert Pestizide, Funghizide und Düngemittel. Diese schädigen die Natur und versorgen uns Menschen mit Lebensmitteln, die suboptimal gesund sind.
Die Argumente für diese Art des Ackerbaus sind hinreichend bekannt: Biolandbau sei arbeitsintensiv, teuer und könne nicht alle Menschen versorgen etc. In dem ganzen Argumente-Dschungel kann man sich gut verlaufen ; )
Dies ist auch nur eines der Beispiele, die ein Gegeneinander von Natur, Mensch und Technik aufzeigen.
Die für mich spannende Frage ist nun: Wie sähe ein Miteinander von Natur, Mensch und Technik denn eigentlich aus?
Für mich ist klar, dass Technik die Bedürfnisse von Natur und Mensch unterstützen sollte.
Zurück zum Beispiel: Pflanzen in Mischkultur sind wesentlich krankheitsresistenter und bieten mehr Möglichkeiten, Biodiversität in die Lebensmittelproduktion einzubringen. Also brauchen wir eine Technik, die Mischkultur unterstützt. Dank des technischen Fortschritts der letzten Jahre und Jahrzehnte ist dies mittlerweile möglich. Landmaschinen müssen nicht mehr groß und unflexibel sein. Sie können klein sein und sich individuell um Pflanzen kümmern. Stelle Dir einen kleinen Roboter vor, vielleicht ähnlich einem Saug-Roboter, der durch den Garten fährt und die Pflanzen versorgt. Erste Ansätze hierfür gibt es in der Feldrobotik bereits. Da die Agrarindustrie nicht an dezentralen Lösungen interessiert ist, werden bisher hauptsächlich große Feldroboter gefördert und vorangebracht.
Es gibt viele weitere Beispiele, die das Gegeneinander von Natur, Mensch und Technik deutlich machen. Doch wie lassen sich Natur, Mensch und Technik vereinen?
Um diese Frage zu beantworten und Lösungswege umzusetzen stelle ich mir eine Lebensgemeinschaft von Menschen vor, die diese Aufgabe zu ihrem Mittelpunkt macht.
Ich finde es wichtig, dass diese Gemeinschaft im Einklang mit der Natur lebt, soweit dies heute möglich ist, ohne sich von Technik abzukapseln. Die Gemeinschaft lebt quasi das Optimum dessen, was an Einklang von Natur, Mensch und Technik derzeit möglich ist. Gleichzeitig arbeitet sie daran, dieses Optimum zu optimieren ; )
Für diese Gemeinschaft bedeutet das:
- Eigene Versorgung mit Bio-Lebensmitteln
- Verarbeitung von Lebensmitteln vor Ort
- Ökologische Gebäude
- Keine Energie aus fossilen Quellen
- Achtsamkeit im Umgang mit Energie
- Regionales Wirtschaften
- Möglichst Vermeidung von Plastik (Derzeit ist dies in der Elektronik nicht möglich. Erste Ansätze hierzu gibt es. Dies ist auch ein wichtiger Punkt für die Arbeit der Gemeinschaft: Wie lässt sich Technik plastik- und müllfrei gestalten?)
- Kreislaufwirtschaft (Dinge werden vor Ort angebaut/hergestellt, verarbeitet, benutzt und gelangen durch kompostieren/recyceln zurück ins regionale Kreislaufsystem.)
Und weil wir Menschen in unserem Schaffen am wirksamsten sind, wenn wir wissen, was in uns und zwischenmenschlich eigentlich los ist, halte ich auch interne Arbeit der Gemeinschaft für sehr wichtig. Dies kann zum Beispiel beinhalten:
- Ein Forum, in dem die Gemeinschaft ihren Umgang und ihre zwischenmenschlichen Themen bespricht
- Raum / ein Format zur Selbstreflexion
Da ich mich damit nicht gut auskenne, freue ich mich jetzt schon auf Menschen, die diesen Bereich mit konkreteren Ideen füllen.
Gleiches gilt für den Bereich „Naturerfahrung“. Denn wie soll die Gemeinschaft Natur, Mensch und Technik in Einklang bringen, wenn sie die Natur garnicht wahrnimmt? Auch hier überlasse ich das Feld geren erfahreneren Menschen und freue mich darauf, was sich entwickelt.
Die erwähnten Punkte sind bei weitem nicht vollständig. Sie sollen ein Einstieg sein und eine Idee davon schaffen, wo die Reise der Gemeinschaft hin geht.